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Homogen, Heterogen oder Integrativ?

Homogene Gruppe: Ausschließlich behinderte Menschen, im Extremfall sogar geschlechtlich oder nach Behinderungsformen getrennt, trainieren unter fachlicher Anleitung miteinander. Das Training darf als therapeutisch angesehen werden. Vorteil: Die Hemmschwelle mag für einige geringer sein, sich in eine solche Gruppe zu wagen. Der Einstieg fällt damit leichter. Nachteil: Es ist kein realistisches SV-Training möglich. Besondere Anforderung: Der Trainer/die Trainerin sollte eine sehr umfassende Ausbildung haben - sowohl pädagogisch als auch fachlich. Eine behinderter Trainer kann hier bzgl. der Akzeptanz und Vertrauensbildung durchaus im Vorteil sein.

Heterogene Gruppe: Menschen mit und ohne Behinderung trainieren gleichberechtigt miteinander. Das Training darf als Rehabilitationsangebot angesehen werden. Vorteil: Ein Stück Normalität für Menschen mit Behinderung. Gesundheitsförderung ist ein großer Nebeneffekt. Nachteil: Das Lerntempo ist geringer, als in typischen nicht-behinderten Gruppen. Besondere Anforderung: Der Trainer/die Trainerin muss sehr kreativ sein, damit die einen nicht überfordert und gleichzeitig die anderen nicht gelangweilt sind. Man kann sich als Trainer da leicht überschätzen! Eine Zusatzausbildung, zum Beispiel im Rehasport, ist zwar sinnvoll, aber nicht Bedingung. Eine gute Vorbildung, Erfahrung, Menschenkenntnis, Lernbereitschaft und Können sind ausreichend.

Integrative Gruppe: In bestehende Gruppen werden vereinzelte Interessenten mit Handikap aufgenommen. Vorteil: Ein Stück Normalität für Menschen mit Behinderung. Nachteil: Nicht jeder Mensch mit einer Behinderung traut sich diesen Schritt zu. Besondere Anforderung: Keine Zusatzanforderungen notwendig. Wer sich als Behinderter in solche Gruppen "traut", ist meistens selbst sehr gut in der Lage, auf sich aufzupassen. Fortgeschrittene Schüler oder Co-Trainer kümmern sich ja ohnehin üblicherweise um Neueinsteiger, so dass die Gruppe im Lerntempo kaum zurückgeworfen wird.

In meiner Gruppe wird heterogen trainiert. Derzeit sind etwa genauso viel behinderte wie nichtbehinderte Schüler/innen jeder Altersgruppe in der kleinen Gruppe vertreten. Die Bandbreite - vom Teenager bis zum Pensionär, von behindert bis nichtbehindert, Frauen, Mädchen, Männer, Jungen, von engagiert bis zum "Freizeitsportkonsumenten", verlangt auch viel Toleranz seitens der Schüler untereinander voraus. Aber es funktioniert!